Niedrige Pensionen: Armut im Alter vorprogrammiert?

Niedrige Pensionen: Armut im Alter vorprogrammiert?

Mit der Pensionsreform erwarten Pensionisten in der Zukunft magere Zeiten. Das frühe Ausscheiden aus dem Beruf in Verbindung mit der langen Lebenserwartung senkt die Pensionshöhe. Wer wie stark von Einschnitten im Alter betroffen ist, das ist individuell sehr verschieden. Sicher ist allerdings, dass es besonders die Frauen trifft. Frauen gehen oft bereits mit 55 Jahren in Pension. Gleichzeitig haben sie viele Zeiten mit keiner oder nur einer geringen Beitragszahlung zu verbuchen. In dieser Kombination ist die Altersarmut geradezu vorprogrammiert.

Wohl dem, der Vorsorge getroffen hat

Die private Vorsorge für den Lebensabend kann nicht nur über die Pensionsvorsorge oder eine Lebensversicherung geschaffen werden. Pensionisten, die eine abbezahlte Immobilie ihr Eigen nennen und sie selbst bewohnen, müssen nur geringe Lücken schließen. Die im Alter geringen Wohnkosten fangen einen großen Teil der Einkommenseinbußen bei der Pension auf. Sie haben nur einen geringen, zusätzlichen Bedarf an Vorsorge.

Weniger als 2.000 Euro Bruttopension im Monat

Aktuell erhalten Männer knapp unter 2.000 Euro als Pension brutto pro Monat, Frauen müssen sich im Schnitt mit deutlich weniger begnügen. Sie erhalten lediglich etwas mehr als 1.000 Euro. Im Vergleich zu den aktuellen, durchschnittlichen Bruttolöhnen fehlen Pensionisten im Schnitt 800 Euro pro Monat. Um diese hohe Pensionslücke zu schließen, ist eine frühe private Vorsorge sinnvoll. Wer erst mit 30 oder 40 Jahren mit dem Sparen für das Alter beginnt, kann kaum eine ausreichend hohe Privatvorsorge aufbauen.

Kinder in der Ausbildung

Der späte Entschluss, eine Familie zu gründen, und lange Ausbildungszeiten werden immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Das führt zu einer schwierigen Situation für viele Pensionisten. Selbst von finanziellen Einbußen getroffen, benötigt zudem der Nachwuchs noch Unterstützung. Verbraucher, die sich in dieser Situation befinden, haben einen besonders hohen Finanzbedarf im Alter. Sie sind auf eine großzügige private Vorsorge angewiesen. Ihr Risiko für Armut im Alter ist deutlich erhöht. Ohne geeignete Maßnahmen laufen sie Gefahr, auf viele Annehmlichkeiten und ein kulturelles Leben verzichten zu müssen. Doch gerade die Mobilität mit dem eigenen Auto und Besuche von Konzert und Oper sorgen für einen angenehmen Lebensabend.

Bild: thinkstockphotos, iStock, Ma-Ke