Altersvorsorge – gut gestützt auf drei Säulen?

Altersvorsorge – gut gestützt auf drei Säulen?

Das Modell der Altersvorsorge in Österreich basiert auf drei Säulen: Pensionsversicherung, betrieblicher und privater Vorsorge. In der Zukunft wird die private Vorsorge aufgrund von Einschnitten bei der gesetzlichen Versorgung wie im Nachbarland Deutschland jedoch stark an Bedeutung gewinnen.

Gesetzliche Pensionsversicherung für Angestellte und Selbstständige

Die Aufgabe der gesetzlichen Altersvorsorge wird in Österreich von der Pensionsversicherung übernommen. Bei der Pensionsversicherung handelt es sich um eine Pflichtversicherung für unselbstständige Erwerbstätige. Es gibt insgesamt fünf Pensionsversicherungsträger, zu deren größten die Pensionsversicherungsanstalt mit 4,7 Millionen Versicherten gehört. Die Beiträge zur Pensionsversicherung werden prozentual bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 4.530 Euro (Pensionsversicherungsanstalt) berechnet. Dabei werden die Beiträge in etwa zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber erbracht. Derzeit liegt der Beitragssatz bei insgesamt 22,8 Prozent für Arbeiter und Angestellte. Das gesetzliche Rentenalter beträgt 62,5 Jahre. In Österreich sind auch Selbstständige und Unternehmer pflichtversichert: Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft stellt die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.

Betriebliche Altersvorsorge in Österreich

Die betriebliche Altersvorsorge ist die zweite Säule des Rentensystems. Seit 1990 werden die Rahmenbedingungen für diese betriebliche Altersvorsorge durch das Betriebspensionsgesetz definiert. Die Leistungen zur betrieblichen Altersvorsorge werden hauptsächlich von Pensionskassen erbracht. Außerdem besteht die Möglichkeit einer betrieblichen Kollektivversicherung. Für Arbeitgeber besteht die Möglichkeit, unter Einhaltung einer Kündigungsfrist zwischen beiden betrieblichen Altersvorsorge-Modellen zu wechseln.

Zukunftsvorsorge: Privat fürs Alter anlegen

Als dritte Säule der Pensionsversicherung fungiert die 2003 aufgelegte Zukunftsvorsorge. Die private Altersvorsorge ist eine Ergänzung zur gesetzlichen Pension und zur betrieblichen Altersvorsorge. Mit einem sinkenden Rentenniveau wie in den Nachbarländern wird in Zukunft vor allem die private Vorsorge stark an Bedeutung gewinnen. Derzeit gibt es zwei Varianten für eine private Altersvorsorge – die klassische Rentenversicherung und Pensionsinvestmentfonds. Für diese Verträge sind bestimmte Aktienquoten vorgesehen, die vom Alter bei Vertragsabschluss abhängig sind. Bis heute wurden mehr als 1,6 Millionen Verträge zur Zukunftsvorsorge geschlossen, womit sich die dritte Säule der privaten Vorsorge äußerst positiv entwickelt hat.

Bild: thinkstockphotos, Photodisc, Digital Vision.