Betriebliche Altersvorsorge zum Schutz vor Altersarmut

Betriebliche Altersvorsorge zum Schutz vor Altersarmut

In Folge der Pensionsreform gilt für die Berechnung der Pension der Arbeitnehmer inzwischen ein Bemessungszeitraum von 40 Jahren. Das ist für Sie als Arbeitnehmer mit einer Einkommensverringerung beim Übergang vom Berufsleben ins Pensionsalter verbunden. Um dennoch den gewohnten Lebensstandard halten zu können, gewinnen betriebliche und private Altersvorsorge als zweite und dritte Vorsorgesäule zunehmend an Bedeutung.

Die Formen der betrieblichen Altersvorsorge

Das Betriebspensionsgesetz sowie das betriebliche Mitarbeiter- und Selbstständigenvorsorgegesetz bilden die Grundlage für eine betriebliche Altersvorsorge. Nach den gesetzlichen Bestimmungen können Arbeitnehmer mit Unterstützung ihrer Arbeitgeber steuerbegünstigt betriebliche Zusatzpensionen erhalten. Arbeitgeber können ihre freiwilligen Leistungen zur Altersvorsorge als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Förderfähig im Sinne des Betriebspensionsgesetzes sind

  • Pensionskassen,
  • betriebliche Kollektivversicherungen,
  • direkte Leistungszusagen,
  • Lebensversicherungen.

Die Form der betrieblichen Altersvorsorge wählen Arbeitgeber in Absprache mit ihren Mitarbeitern oder der Mitarbeitervertretung. Neben einzelvertraglichen Absprachen mit jedem Arbeitnehmer sind Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen über ein einheitliches Vorsorgemodell möglich. Form und Höhe der betrieblichen Altersvorsorge unterliegen dem Gleichbehandlungsgrundsatz.

Auch Selbstständige können aus betrieblichen Mitteln eine persönliche Pensionsvorsorge aufbauen und dabei Steuern sparen. Grundlage ist der Gewinnfreibetrag gemäß § 10 EStG.

Pensionskassen, Lebensversicherungen und betriebliche Kollektivversicherungen

Den Pensionskassenvertrag oder Versicherungsvertrag schließen Arbeitgeber unter Mitwirkung ihrer Mitarbeiter mit der Pensionskasse oder dem Versicherungsunternehmen. Bis zu zehn Prozent der Lohn- und Gehaltssumme können Arbeitgeber für jeden Arbeitnehmer einzahlen. Darüber hinaus sind Arbeitnehmerbeiträge in derselben Höhe möglich. Sie sind als Sonderausgaben steuerlich begünstigt und werden im Leistungsfall nur zu 25 Prozent besteuert. Pensionskassen und Versicherer unterliegen der staatlichen Finanzaufsicht. Die Beiträge der Arbeitnehmer sind zudem vor dem Zugriff des Arbeitgebers sowie vor Pfändungs- und Insolvenzaufzehrung geschützt. Bis zur Leistungserbringung kann im Vertrag eine Wartezeit (Mindestversicherungszeit) von bis zu fünf Jahren vereinbart werden. Bei Ausscheiden des Arbeitnehmers können die bereits gezahlten Beiträge nicht verfallen, sie bleiben also bis zum Eintritt des Pensionsalters erhalten.

Direkte Leistungszusagen

Im Unterschied zu den drei übrigen Formen der betrieblichen Altersvorsorge verpflichtet sich bei einer direkten Leistungszusage der Arbeitgeber selbst zur Zahlung einer Pension an seine Mitarbeiter und bildet dazu Pensionsrückstellungen. Der Pensionsanspruch kann von der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängig sein. Wartezeiten bis zu zehn Jahren sind für Pensionszusagen erlaubt. Darüber hinaus haben Arbeitgeber die Möglichkeit, Leistungszusagen ganz oder teilweise zu widerrufen oder aussetzen, wenn die wirtschaftliche Situation des Unternehmens es erfordert.

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