(K)ein System mit Zukunft: Pensionen in Europa

(K)ein System mit Zukunft: Pensionen in Europa

Europa altert – und stellt das System der Pensionsversicherung damit vor immer größere Probleme. Die Folgen dieser steigenden Kosten für Pensionszuzahlungen sind dann letztendlich immer dieselben: Das Eintrittsalter steigt und das Pensionsniveau sinkt. Schon jetzt gibt es zwischen den europäischen Ländern zahlreiche Unterschiede in Bezug auf das Eintrittsalter und das Pensionsniveau.

Zahlen und Fakten: Pensions- und Rentenversicherungssysteme in der EU

In den europäischen Ländern gehört die gesetzliche Renten- bzw. Pensionsversicherung zu den bedeutendsten Sozialversicherungsträgern. In Österreich ist dies die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) und in Deutschland die gesetzliche Rentenversicherung. In Österreich versteht man unter dem Begriff Pension eine dauerhafte Leistung der Pensionsversicherung für Arbeitnehmer, während in Deutschland die Beamtenversorgung als Pension bezeichnet wird. Vergleichbare gesetzliche Pensionsversicherungen gibt es auch in den restlichen Staaten der Europäischen Union. Dabei liegt das Pensionseinstiegsalter in Europa durchschnittlich bei 65 Jahren und damit deutlich höher als der tatsächliche Erwerbsaustritt – tendenziell gehen die Europäer immer früher in Pension, bei einer gleichzeitig steigenden Lebenserwartung.

Pensionsalter in Europa: Über kleine und große Unterschiede

Dem gesetzlichen Pensionsalter von durchschnittlich 65 Jahren steht in vielen europäischen Ländern ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Berufsleben gegenüber. In vielen Ländern ist der vorzeitige Berufsausstieg problemlos möglich, wenn auch mit geringeren Pensionszahlungen verbunden. In Österreich liegt das gesetzliche Pensionsalter bei 62,5 Jahren und das tatsächliche Pensionsalter bei 60,9 Jahren. In Deutschland gesetzlich bei 65 Jahren (steigt bis 2029 auf 67 Jahre) und in der Praxis bei 61,7 Jahren. In Frankreich geht man statistisch schon mit 59,3 Jahren in Pension, während insbesondere Frauen in Großbritannien sogar länger arbeiten als gesetzlich vorgeschrieben – vor 1951-Geborene durften mit 60 in Rente gehen, arbeiteten aber bis zu drei Jahre länger. Danach stufenweise Anhebung bis zum Alter von 65 Jahren. Auch viele Schweizer bleiben über das gesetzliche Pensionsalter von 65 Jahren hinaus im Job beschäftigt.

Pensionen in Europa: Weit entfernt von einheitlichen Regelungen

Grundsätzlich können die europäischen Länder ihr gesetzliches Pensionseintrittsalter selber bestimmen. Eine einheitliche Regelung innerhalb der EU wäre theoretisch möglich, würde sich aber nicht zwingend auf die Beschäftigungsquoten und Pensionskassen auswirken. Zum Problemfall entwickelt sich dabei speziell das sinkende Pensionsniveau: Weniger gesetzliche Pension bedeutet mehr private Vorsorge.

Bild: thinkstockphotos, iStock, M. ozgur AKPOLAT