Niedrige Pensionserhöhungen senken den Lebensstandard im Alter

Niedrige Pensionserhöhungen senken den Lebensstandard im Alter

In den Jahren 2010 bis 2015 sind die Pensionen nur in Höhe der Inflationsrate angehoben worden. Besonders hart traf es in den Jahren 2013 und 2014 Pensionisten mit höheren Pensionen. Sie erhielten nicht einmal den vollen Inflationsausgleich. Nur die Mindestpensionen wurden in Höhe der Inflationsrate angepasst. Pensionisten mit einem höheren Pensionsanspruch erhielten deutlich geringere Anpassungen zugesprochen. Das bedeutet einen spürbaren Verlust an Kaufkraft für die Betroffenen. Auch in den kommenden Jahren ist mit keiner größeren Steigerung der Pensionshöhe zu rechnen.

Tatsächliche und gefühlte Inflation

Die Mehrzahl der Verbraucher empfindet die Preiserhöhungen im Alltag als deutlich höher als die statistisch ermittelte Inflationsrate. Das Gefühl täuscht nicht. Je nach Konsumverhalten ergibt sich für jeden Verbraucher eine persönliche Inflationsrate, die sich deutlich von den offiziellen Werten unterscheidet. Weiters sind besonders Verbraucher mit einem niedrigen Einkommen oder einer geringen Pension stärker von Preiserhöhungen betroffen. Die moderate Inflationsrate rührt von den starken Preiseinbrüchen in den Bereichen Elektronik und Neufahrzeuge her. Produkte des täglichen Bedarfs haben im Mittel Preisanstiege oberhalb der Inflationsrate erfahren.

Pensionen verlieren Kaufkraft

Die nur zögerlichen Erhöhungen führen dazu, dass Pensionisten trotz der Erhöhungen weniger Kaufkraft bleibt. Vor wenigen Jahren noch als gut angesehene Pensionen reichen nicht mehr aus, den gewohnten Lebensstandard zu halten. Pensionistenverbände fordern deutliche steuerliche Entlastungen. Weiters wird die Berechnung des Preisanstiegs anhand von Waren des täglichen Bedarfs vorgeschlagen.

Private Vorsorge schließt die Pensionslücke

Zukünftige Pensionisten müssen mit einer immer größeren Lücke zwischen dem letzten Nettoeinkommen und der zu erwartenden Pension rechnen. Für die Pensionisten der kommenden Jahre wird es immer schwerer, ihren gewohnten Lebensstandard beizubehalten. Die private Pensionsvorsorge erhält einen immer höheren Stellenwert. Sie übernimmt bereits heute mehr Funktionen, als nur den Ausgleich zwischen Nettolohn und Pension.

  • Die private Pensionsvorsorge dient auch dem Erhalt der Kaufkraft über die langen Jahre im Leben als Pensionist, denn die Preissteigerungen bei Waren des alltäglichen Bedarfs liegen höher als die zukünftigen Pensionserhöhungen im Rahmen der allgemeinen Inflationsrate. Daher verlieren Pensionen mit jedem Jahr trotz Erhöhung an Kaufkraft.
  • Besonders Verbraucher, die eine geringe Pension erwarten, sind auf die private Vorsorge angewiesen.

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