Pensionen 2014: Antrittsalter der Pensionisten gestiegen

Pensionen 2014: Antrittsalter der Pensionisten gestiegen

Die Reformen verlagern den Pensionsbeginn nach hinten

Im Jahr 2014 gingen die Österreicher später in Pension. In der Gesamtbetrachtung steigt das Pensionsantrittsalter um ganze 13 Monate. Statistisch gesehen waren die Österreicher damit im Jahr 2014 zu Pensionsbeginn 59 Jahre und sieben Monate alt. Zuvor erfolgte der Pensionsantritt mit 58 1/2 Jahren. Wird der Blick auf die reinen Alterspensionen gerichtet, sind die Zahlen vergleichsweise ernüchternd. Dort verlagerte sich der Pensionsantritt lediglich um fünf Monate auf 61 Jahre und zwei Monate. Woran liegt das?

Reha-Geld als Trick

Durch einen Kniff in der Gesetzgebung sinkt das Pensionsantrittsalter ab. Die bisherige Invaliditätspension für Österreicher unter 50 Jahren wird durch das Reha-Geld abgelöst. Dieser reine Rechentrick führt dazu, dass diese Gruppe komplett aus der Pensionsstatistik fällt und nicht mehr erfasst wird. Damit steigt das Alter des Pensionsantritts automatisch an. Länger voll belastbar und arbeitsfähig sind die Österreicher also nicht geworden, auch wenn die Zahlen das auf den ersten Blick suggerieren.

Die neue Hacklerregelung greift

Im Vergleich zu 2013 ist der Zugang zur Hacklerregelung ab 2014 erschwert. Langjährig Versicherte müssen nun zwei Jahre länger arbeiten, um ohne Abschläge in Pension gehen zu können. Die Zahl der Anträge für die Hacklerpension sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42 Prozent. Als Möglichkeit bleibt nur noch die Regelung für Schwerarbeiter. Dort stieg die Zahl der Anträge trotz der engen Vorgaben zum Erhalt der Pension um mehr als 100 Prozent an.

Regierung sieht sich bestätigt

Die Regierung schätzt die Zahlen als gutes Zeichen ein. Sie geht davon aus, dass die geplante Erhöhung des Pensionsantrittsalters bis 2018 gelingt. Auch Vertreter von Arbeitnehmer- und Seniorenorganisationen beurteilen die Entwicklung positiv. Die Wirtschaft und ein Sprecher der NEOS sehen dagegen Zahlentrickserei. Sie bemängeln, dass das Alter für den normalen Pensionsantritt bei realistischer Betrachtung gesunken sei. Weiters nutzten zwei Drittel der Pensionisten den Weg der Frühpensionierung.

Eigenverantwortung steigt

Konsumenten, die früh in Pension gehen möchten oder müssen, sind in der Zukunft auf Eigenvorsorge angewiesen. Weiters ist fraglich, ob die Maßnahmen ausreichen, um das Pensionsniveau auf Dauer zu halten. Der Stellenwert der privaten und betrieblichen Pensionsvorsorge wächst.

Bild: thinkstockphotos, iStock, danefromspain