Pensionskontolücke: Die fehlenden Zeiten nachtragen lassen

Pensionskontolücke: Die fehlenden Zeiten nachtragen lassen

Millionen Österreicher sind von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) angeschrieben worden, weil ihr Versicherungskonto Lücken aufweist. Schubkästen werden nach Zeugnissen von Matura oder Universität durchsucht, um im zugesandten Fragebogen jede Pensionskontolücke aufzufüllen. Zwar werden Zeiten als Angestellter der PVA automatisch gemeldet, aber andere Zeiten müssen die Versicherten selbst nachweisen. Die PVA ist dazu angehalten, den Pensionsversicherungsverlauf jedes Einzelnen lückenlos darzustellen, um im Jahr 2014 die korrekte „Erstgutschrift“ zu ermitteln.

Lücken im Pensionskonto schließen

Nicht nur Zeiten als angestellter Arbeitnehmer sind für das Pensionskonto wichtig. Auch Zeiten für

  • die Schul- und Berufsausbildung,
  • den Präsenz- oder Zivildienst sowie
  • weiters Zeiten für Kindererziehung

werden erfasst. Insbesondere Zeiten in Schule und Studium dürfen Sie als „Ersatzzeiten“ vormerken lassen. Mit diesen Ausbildungszeiten können Sie Ihren Pensionsanspruch um bis zu 72 Monate erhöhen. Allerdings bekommen Sie diese Zusatzzeiten nicht geschenkt. Sie dürfen zwar bis zu 72 Monate für Schul- und Studienzeiten eintragen lassen, auf Ihre spätere Pension wirken sich diese aber nur positiv aus, wenn Sie Nachzahlungen vornehmen. Um einzelne Monate der Ersatzzeit zu „kaufen“, müssen Sie viel investieren. Für einen Monat Pensionsanspruch aus den Ersatzzeiten zahlt ein nach dem 31. Dezember 1954 geborener Versicherter 1012,32 Euro. Wichtig ist auch die Überprüfung, ob Zeiten der Erwerbstätigkeit im Ausland erfasst wurden. Nur Zeiten ohne Erwerbstätigkeit, bei denen Sie nicht arbeitslos gemeldet waren und selbstständige Tätigkeiten ohne freiwillige Versicherung hinterlassen im Versicherungsverlauf der PVA eine echte Pensionslücke.

Pensionskontolücke und Pensionslücke

Die Begrifflichkeiten Pensionskontolücke und Pensionslücke klingen sehr ähnlich. Während die Pensionskontolücke eine Zeit ohne Nachweise im gespeicherten Verlauf bei der PVA meint, bezeichnet die Pensionslücke die Differenz zwischen dem letzten Erwerbseinkommen und der Pension. Auch wenn alle Lücken im Pensionskonto gefüllt sind, fallen die finanziellen Einbußen bei Eintritt in den Pensionsbezug für die meisten Pensionisten überraschend hoch aus. Für Arbeitnehmer ist es wichtig, den Pensionskontoauszug richtig zu lesen und zu interpretieren. Dann können Sie die zu erwartende Lücke zwischen Erwerbseinkommen und Pension durch gezielte Vorsorge ausgleichen. Die private und die betriebliche Zukunftsvorsorge helfen, die Pensionslücke zu schließen.

Bild: thinkstockphotos, iStock, ThanhTrong