Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge: Das zahlt der Staat dazu

Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge: Das zahlt der Staat dazu

Die Österreicher sollen auch privat vorsorgen, zusätzlich zur gesetzlichen und betrieblichen Vorsorge. Für die sogenannte dritte Säule gibt es Geld vom Staat – für bestimmte Verträge und bis zu einer bestimmten Höhe. Was sind die Voraussetzungen, und wie hoch sind die Prämien? Die Antworten gibt es hier.

Bereits 2002 beschloss die österreichische Regierung, die private Zukunftsvorsorge zu fördern. Geld vom Staat bekommen Bürger, die einen Vertrag zu bestimmten Konditionen abschließen, um fürs Alter vorzusorgen. Das Angebot wurde angenommen: Bis 2014 wurden rund 1,6 Millionen Verträge für die „Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge“ (PZV) abgeschlossen, in die bislang ein Vermögen von 7,8 Milliarden Euro geflossen ist. PZV-Verträge werden als Rentenversicherungen und Pensionsinvestmentfonds angeboten. Sie müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Wie hoch ist die Prämie für einen PZV-Vertrag?

Wer einen PZV-Vertrag abschließt, kann in unbegrenzter Höhe Beiträge zahlen. Gefördert wird aber nur eine Beitragssumme bis zu einer bestimmten jährlichen Höhe. Wie hoch die ist, wird jährlich festgelegt und hängt von der Höchstbeitragsgrundlage der österreichischen Sozialversicherungen ab. Die Formel dazu besagt, dass der geförderte jährliche Einzahlungsbetrag maximal 1,53 Prozent des 36-fachen der aktuellen Höchstbeitragsgrundlage betragen darf. Für das Jahr 2014 bedeutet das: Die Höchstbeitragsgrundlage von 4530 x 36 = 163080. 1,53 Prozent davon sind 2495,12. Wer also im Jahr 2014 bis zu 2495,12 Euro Jahr in einen PZV-Vertrag einzahlt, bekommt einen bestimmten Prozentsatz dieses Betrages als Prämie dazu. Wie hoch dieser Prozentsatz ist, wird ebenfalls jährlich festgelegt. Grundlage ist der aktuelle Zinssatz zur Bausparförderung, zu dem 2,75 Prozent hinzugerechnet werden. 2014 ergab das einen Prozentsatz von 4,25 (1,5 plus 2,75). Wer die geförderte Höchstsumme von 2495,12 Euro eingezahlt hat, erhält zusätzlich die maximale Prämie von 106,04 Euro.

Die Aktienquote für PZV-Verträge ist festgelegt

PZV-Verträge müssen eine Laufzeit von mindestens zehn Jahren haben. Gesetzlich garantiert sind die Auszahlung der eingezahlten Beträge und der staatlichen Prämien. Die Erträge sind steuerfrei. Das gilt allerdings nur, wenn die Auszahlungssumme Bestandteil einer privaten Rentenversicherung oder eines Pensionsfonds ist beziehungsweise als Einmalprämie in solch einen Vertrag eingezahlt wird. Wer sich die Summe auszahlen lässt, muss 25 Prozent Kapitalertragssteuer zahlen und außerdem die Hälfte der erhaltenen Prämien erstatten. Stirbt der Anspruchsberechtigte während der Laufzeit, gehen seine Ansprüche auf seine Erben über.

 

Seit 2012 wird die Aktienquote für PZV-Verträge im Rahmen des Lebenszyklusmodells geregelt. Danach darf der Teil des in den Vertrag eingezahlten Kapitals, der in Aktien angelegt wird, zwischen 15 und 60 Prozent liegen, wenn der Anspruchsberechtigte noch nicht 50 Jahre alt ist. Sobald er älter als 50 Jahre alt ist, muss die Aktienquote auf fünf bis 50 Prozent sinken. Das gilt nicht für den Zeitpunkt des Vertragsabschlusses, sondern für die Laufzeit. So soll das Risiko von Kursschwankungen mit zunehmendem Alter des Anspruchsberechtigten sinken.

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