Vor- und Nachteile der selbstgenutzten Immobilie als Altersvorsorge

Vor- und Nachteile der selbstgenutzten Immobilie als Altersvorsorge

Die selbstgenutzte Immobilie erfreut sich als Altersvorsorge großer Beliebtheit in Österreich. Doch diese Veranlagungsform besitzt auch Nachteile, die vor einem Immobilienkauf zu bedenken sind.

 Mietfrei und sicher Wohnen im Alter

Eine eigene Immobilie bietet die Möglichkeit, im Ruhestand komfortabel in den eigenen vier Wänden zu leben. Anders als Mieter müssen Eigenheimbesitzer nicht befürchten, dass sie im hohen Alter ihre Wohnung verlieren. Sie genießen das gute Gefühl, in ihrer vertrauten Umgebung bleiben zu können. Ganz besonders dann, wenn die Immobilie auch noch seniorengerecht ausgestattet ist. Außerdem muss die Infrastruktur in der Umgebung die notwendigen Versorgungseinrichtungen aufweisen. Des Weiteren profitieren Immobilienbesitzer von der Tatsache, dass sie keine Miete zahlen müssen. So steht ihnen ein größerer finanzieller Spielraum zur Verfügung. Allerdings verzichten sie für diesen Vorteil in der Regel auch über Jahrzehnte auf Konsumausgaben, um ihre Immobilie zu finanzieren.

Steuerliche Vorteile von selbstgenutzten Immobilien

Im Gegensatz zu den Erträgen, die Pensionisten aus anderen Veranlagungsformen erhalten, fällt für die durch die eigene Immobilie gesparte Miete keine Steuer an. Darüber hinaus ist auch der Gewinn aus dem Verkauf einer Immobilie steuerfrei. Voraussetzung dafür ist der Nachweis einer durchgängigen Eigennutzung für die letzten zwei Jahre durch den Besitzer. Da in Österreich die Versteuerung von Kapitaleinkünften mit einem pauschalen Steuersatz in Höhe von 25 Prozent erfolgt, ergibt sich aus der selbstgenutzten Immobilie ein erheblicher Steuervorteil.

Risikokonzentration durch die eigene Immobilie

Wenn normal verdienende Konsumenten sich eine eigene Immobilie anschaffen, haben sie regelmäßig kaum die Möglichkeit, darüber hinaus größere Beträge fürs Alter zu sparen. Wohneigentum ist für sie oftmals die einzige Form der Altersvorsorge. Dies widerspricht dem Grundsatz der Risikostreuung, der beim Vermögensaufbau stets zu beachten ist. Treten unerwartete, negative Entwicklungen ein, hat das fatale Folgen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich das Haus oder die Wohnung als stark sanierungsbedürftig erweist. Ein Preisverfall am Immobilienmarkt führt dazu, dass das Wohneigentum nur mit großen Abschlägen verkäuflich ist. Anders als Sparer, die ihre Veranlagungen breit streuen, haben Eigenheimbesitzer keine Möglichkeit, die Verluste mit Gewinnen aus anderen Anlagen zu kompensieren.

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