Altersarmut in Österreich – besonders für Frauen ein Problem

Altersarmut in Österreich – besonders für Frauen ein Problem

Experten weisen darauf hin, dass Seniorinnen in Österreich dreimal so häufig von Altersarmut betroffen sind wie ihre männlichen Altersgenossen. Immerhin rund 10 Prozent aller österreichischen Frauen über 65 Jahre verfügen über weniger als 50 Prozent des Medianeinkommens.

Die Ursachen für weibliche Altersarmut

Noch immer verdienen Frauen in Österreich deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen und erwerben so auch geringere Pensionsansprüche. Hinzu kommen Karenz für die Erziehung der Kinder und Teilzeitbeschäftigung, die ebenfalls zu deutlich geringeren Rentenzahlungen führen. Negativ auf die Höhe der Pensionsansprüche von Frauen wirkt sich auch die Umstellung des Berechnungssystems aus. Während sich die Höhe der Pension früher nach dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre vor Eintritt in den Ruhestand berechnete, bildet heute das gesamte Lebenseinkommen die Kalkulationsbasis für die Pension. Auch die Witwenpension, deren Bezug an strenge Auflagen geknüpft ist, reicht in vielen Fällen nicht für die Finanzierung eines angemessenen Lebensstandards im Ruhestand aus. Insgesamt liegt die Durchschnittspension von Frauen um rund ein Viertel unter der von Männern.

Der Finanzbedarf von Frauen im Alter

Wie hoch der konkrete Vorsorgebedarf im Ruhestand ausfällt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Eine Pensionistin, die mietfrei in einer abbezahlten Immobilie lebt, kommt mit einer relativ kleinen Rente gut aus. Anders verhält sich die Situation, wenn die Kinder noch studieren und dementsprechende Unterstützung benötigen. Hier liegt regelmäßig ein sehr hoher Bedarf vor. Bei Pensionisten, die im Ruhestand ihren bisherigen Lebensstandard weitgehend beibehalten wollen und keine zusätzlichen Ausgaben haben, ist von einem mittleren Vorsorgebedarf auszugehen.

Private Vorsorge wird immer wichtiger

Es ist zu erwarten, dass sich dieses Problem noch weiter verschärft. Der demografische Wandel sorgt aufgrund des Prinzips der Umlagefinanzierung dafür, dass die Lage des österreichischen Pensionssystems spätestens ab 2030 extrem schwierig wird. Einer stetig wachsenden Anzahl von Pensionisten stehen dann immer weniger Beitragszahler gegenüber. Daraus ergibt sich unmittelbar, dass für Frauen eine solide private Altersvorsorge unverzichtbar ist.

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