Lange Bindung bei vielen Zusatzpensions­verträgen

Lange Bindung bei vielen Zusatzpensions­verträgen

In zahlreichen Situationen möchten Sparer auf ihr als Vorsorge für das Alter veranlagtes Kapital zurückgreifen. Ob Verbraucher im Zuge eines Wohnungswechsels eine neue Einbauküche benötigen oder dringend einen Neuwagen kaufen möchten, das Ersparte könnte bei größeren Anschaffungen helfen. Doch leider ist ein vorzeitiges Verfügen über in Verträgen für die Altersvorsorge gebundenes Vermögen längst nicht immer möglich, insbesondere bei einem Zusatzpensionsvertrag ist eine Auszahlung vor Vertragsende in vielen Fällen ausgeschlossen.

Auf die vertraglichen Details kommt es an

Viele Sparer denken, dass sie nach Ablauf der zehnjährigen gesetzlichen Mindestbindung über ihr bis dahin angesammeltes Kapital in einer Pensionszusatzversicherung frei verfügen können. Doch tatsächlich geben erst die Klauseln des abgeschlossenen Vorsorgevertrages Auskunft darüber, ob im konkreten Fall tatsächlich das Recht auf eine Vertragsauflösung mit anschließender Auszahlung des Rückkaufswertes besteht. Gerade bei älteren Verträgen haben Versicherte häufig vereinbart, dass vor dem Erreichen des Antrittsalters der gesetzlichen Alterspension keinerlei Leistung bezogen werden kann. Eine Auflösung des Vertrages ist in diesen Verträgen grundsätzlich ausgeschlossen. Und sogar als Pensionist haben die Versicherungsnehmer keinen Anspruch auf Rückkauf in Form einer Einmalzahlung, sondern können lediglich eine monatliche Pension beziehen. Insbesondere bei Pensionszusatzversicherungen mit Gewinnbeteiligungen (§ 108b Einkommensteuergesetz) liegt diese Situation vor.

Prämienfreistellung als Alternative

So bitter es sein mag, wer eine derartige Pensionszusatzversicherung abgeschlossen hat, kommt vor dem Erreichen des gesetzlichen Pensionseintrittsalters nicht an sein dort angesammeltes Geld. Um wenigstens ein wenig finanzielle Entlastung zu erreichen, ist es ratsam, den Vertrag prämienfrei zu stellen. Dabei haben Versicherungsnehmer die Wahl, ob sie eine Prämienfreistellung für einen kurzen Zeitraum oder gleich mehrere Jahre beantragen. Allerdings müssen Verbraucher als Folge einer Prämienfreistellung in Kauf nehmen, dass ihre monatliche Zusatzpension später entsprechend geringer ausfällt. Das Beispiel der nicht kündbaren Zusatzpensionsverträge führt wieder einmal eindrucksvoll vor Augen, wie wichtig es ist, das Kleingedruckte in Versicherungsverträgen sorgfältig vor Vertragsabschluss zu lesen. Nur auf diese Weise können sich Verbraucher vor späteren, unliebsamen Überraschungen schützen.

Bild: thinkstockphotos, iStock, AndreyPopov