Waisenpension – das sollte man wissen. Ist zusätzliche Vorsorge notwendig?

Waisenpension – das sollte man wissen. Ist zusätzliche Vorsorge notwendig?

Spätestens seit dem Versand der Kontoerstgutschriften durch die Pensionskasse sind mögliche Pensionslücken ein aktuelles Thema in Österreich. Geänderte Pensionsberechnungsverfahren verursachen große Pensionslücken. Wenig beachtet bleiben dabei die Pensionen für Witwen und Waisen, denn die Situation für Hinterbliebene kann besonders dramatisch ausfallen.

Waisenpension soll Kinder sozial absichern

Die Pensionsversicherungsanstalt zahlt neben den Alterspensionen auch Witwen- und Waisenpensionen zur sozialen Absicherung der Hinterbliebenen. Insbesondere Kinder, die sich in der Schul- und Berufsausbildung oder im Studium befinden, sollen durch die Waisenpension ihre Ausbildung vollenden können. Dabei kommt die Waisenpension kleinerer Kinder oft dem Familieneinkommen zugute, mit dem junge Witwen mit Kindern auskommen müssen. Grundsätzlich steht die Waisenpension

  • leiblichen Kindern,
  • legitimierten Kindern und Wahlkindern,
  • Stiefkindern und Enkeln, die mit versicherten Personen in ständiger Hausgemeinschaft leben und ihnen gegenüber unterhaltsberechtigt sind,

bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zu. Nach Vollendung des 18. Lebensjahres besteht ein Anspruch auf Waisenpension bis zum 27. Lebensjahr

  • während der Schul- und Berufsausbildung,
  • während der Ausübung eines anerkannten Freiwilligendienstes,
  • bei Erwerbsunfähigkeit des volljährigen Kindes durch Krankheit oder Gebrechen.

Ein Anspruch besteht zudem nur dann, wenn der verstorbene Elternteil seine Mindestversicherungszeit in der Pensionsversicherung erfüllt hat.

Die Waisenpension hängt von der Witwenpension ab

Die Höhe der Waisenpension orientiert sich an der vollen Witwenpension von 60 Prozent des Pensionsanspruchs des verstorbenen Versicherten. Die Berechnung erfolgt unabhängig vom tatsächlichen Anspruch der Witwe oder des Witwers auf Witwenpension. Kinder erhalten 40 Prozent der Witwenpension als Halbwaisenpension, wenn ein Elternteil verstirbt und 60 Prozent der vollen Witwenpension, wenn beide Elternteile verstorben sind.

Private Vorsorge für Kinder kann wichtig sein

Gerade junge Arbeitnehmer, deren Kinder sich noch in der Schul- und Berufsausbildung befinden, haben häufig selbst erst einen geringen Pensionsanspruch. Die Waisenpension mit 40 Prozent der Witwenpension kann in dieser Situation sehr niedrig ausfallen und reicht oft nicht aus, um ein Studium oder eine schulische Ausbildung zu finanzieren. Hinterbliebene Ehepartner können aufgrund der niedrigen Witwenpension die Kosten einer Ausbildung ebenfalls häufig nicht bestreiten. Daher kann eine zusätzliche Absicherung der Hinterbliebenen durch eine Risikolebensversicherung oder eine vergleichbare Anlage sinnvoll sein.

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